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Aktuelles

Stellungnahme zum Artikel des Hamburger Abendblatts vom 17.11.2025

Am 23. Oktober 2025 erreichte uns eine Presseanfrage des Hamburger Abendblatts zur aktuellen Situation der Stadtwerke Südholstein. In der Presseanfrage übermittelte uns der Redakteur einen Fragenkatalog und verwies auf einen anonymen Brief, der angeblich von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtwerke Südholstein verfasst worden sein soll. Ob ein solcher Brief tatsächlich von Mitarbeitenden der Stadtwerke Südholstein stammt, können wir nicht beurteilen.

Wir möchten Euch hiermit die Möglichkeit geben, Euch abseits des Zeitungsartikels einen eigenen Eindruck von der Situation zu verschaffen. Im Verlauf des Mailverkehrs haben wir den Redakteur mehrfach darauf hingewiesen, dass es sowohl in unserem als auch in seinem Interesse liegen sollte, Missverständnisse und irreführende Darstellungen und damit die faktisch unbegründete Verunsicherung der Verbraucherinnen und Verbraucher zu vermeiden. Leider mussten wir feststellen, dass dieses Anliegen seitens des Hamburger Abendblatts keine Berücksichtigung fand.

Im Folgenden könnt Ihr die ursprünglichen Fragen des Hamburger Abendblatts und unsere Antworten dazu einsehen:

Hamburger Abendblatt: Es wurde gefragt, was die technische Leitung seitdem unternommen hat, um Engpässe zu verhindern und Reserven aufzubauen?

Stadtwerke Südholstein: Vorab zur Einordnung: Die im Frühsommer 2025 erforderliche Reduzierung des Wasserdrucks im Netz resultierte aus einer kurzfristig stark erhöhten Wasserentnahme auf Verbraucherseite, die die vorhandenen Netzkapazitäten überschritt. Die Entnahme lag zeitweise bis zu 40 % über dem üblichen Niveau. Die Stadtwerke untersuchen derzeit, wie zukünftig die Verursacher solcher Belastungsspitzen lokalisiert werden können. Eine dauerhafte Vorhaltung derartiger Überkapazitäten in Wasserversorgungsnetzen ist aus technischen und hygienischen Gründen nicht sinnvoll und wird auch künftig nicht angestrebt.

Die Stadtwerke setzen die für 2025 geplanten technischen Maßnahmen zur Sicherstellung der Wasserversorgung um. Dazu zählen die planmäßige Regeneration vorhandener Brunnen und der Bau neuer Brunnenanlagen, die an die bestehenden Wasserwerke angeschlossen werden. Diese Maßnahmen werden voraussichtlich im Frühjahr 2026 vollständig umgesetzt sein und tragen dazu bei, die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten. Die Stadtwerke handeln dabei innerhalb der technischen Vorgaben und unter Beachtung der bestehenden Wasserentnahmerechte.

Beide Bürgermeister haben sich in Kenntnis der Situation auch bereits gegenüber der Presse oder den sozialen Medien geäußert.

Hamburger Abendblatt: Gibt es einen Plan, wie die Wasserversorgung angesichts des Klimawandels und zunehmend extremer Wetterlagen gesichert werden kann?

Stadtwerke Südholstein: Die Stadtwerke verfolgen einen klaren Plan zur langfristigen Sicherstellung der Wasserversorgung im Rahmen der empfohlenen Kapazitäten und suchen derzeit unter anderem aktiv nach einem geeigneten Standort für ein neues Wasserwerk im Raum Tornesch. Der neue Standort soll es ermöglichen, die beiden Versorgungsnetze Pinneberg und Tornesch miteinander zu verbinden und so eine noch zuverlässigere und zukunftsfähigere Wasserversorgung zu gewährleisten.

Jedoch wird auch in Zukunft die Entnahme von Wasser nur in begrenztem Umfang möglich sein, denn Wasser ist eine kostbare und schützenswerte Ressource. Für seine Förderung und Verteilung sind die entsprechenden gesetzlichen Vorgaben und Regeln einzuhalten.

Hamburger Abendblatt: Die Mitarbeiter beschreiben, dass seit der Fusion die Datenmigration vor allem der Tornescher Kunden anhaltend mangelhaft abläuft. Auch das Abendblatt hat mehrfach über diese Mängel berichtet. Mir liegen Meldungen vor, dass weiterhin die Anliegen von Kunden nicht erfüllt werden können. Wie soll das Vertrauen der Kunden zurückgewonnen werden?

Stadtwerke Südholstein: Es ist im Zuge der Fusion und der Datenmigration insbesondere bei unserer Kundschaft in Tornesch zu Verzögerungen gekommen. Diese Mängel wurden mittlerweile sukzessive behoben. Wir arbeiten weiterhin intensiv an der Optimierung unserer Prozesse, um das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden zu erhalten und eine zuverlässige Abrechnung sicherzustellen.

Hamburger Abendblatt: Welche Zeitlinie setzt sich das Unternehmen, um die Datenmigration abzuschließen und Fehler zu beheben?

Stadtwerke Südholstein: Die vollständige Datenmigration wird bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Die Stadtwerke werden mit einem stabilen System ins neue Jahr starten, um das Tagesgeschäft effizient fortzuführen.  

Hamburger Abendblatt: Die Mitarbeiter behaupten, dass die Öffentlichkeitsarbeit mangelhaft ist und fordern, ein Krisenteam einzuberufen, um die Mängel aufzuarbeiten. Wie soll die Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden?

Stadtwerke Südholstein: Die Stadtwerke haben im Zuge der Fusion mehrfach den direkten Kontakt zu den Kundinnen und Kunden aufgenommen – sowohl über persönliche Anschreiben als auch über Pressemitteilungen, in denen regelmäßig über den aktuellen Stand informiert wurde. Darüber hinaus sind die Stadtwerke mit dem Kundencenter in Tornesch dauerhaft präsent und waren auch im September 2025 zum Tornescher Stadtfest persönlich vor Ort, um Fragen direkt zu beantworten. An diesem Tag gab es lediglich sieben Rückfragen zur Fusion und das Feedback war durchweg positiv. Beschwerden wurden bei dieser Veranstaltung nicht vorgebracht, was zeigt, dass die bisherigen Informations- und Austauschformate gut angenommen wurden. Dennoch möchten wir unsere Öffentlichkeitsarbeit auch zukünftig weiterentwickeln und noch näher an den Menschen sein.

Wir legen großen Wert auf eine transparente und zeitgerechte Kommunikation. Mit der Fusion wurde eine neue Webseite der Stadtwerke Südholstein gestartet, die alle wichtigen Informationen bündelt und eine einfache Möglichkeit zur Kontaktaufnahme bietet. Gleichzeitig nehmen wir Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit ernst und arbeiten kontinuierlich daran, unsere Kommunikationswege noch offener, verständlicher und bürgerfreundlicher zu gestalten.

Hamburger Abendblatt: Die Mitarbeiter behaupten, dass die Geschäftsführung es versäumt habe, strukturelle Risiken im fusionierenden Unternehmen zu erkennen und gegenzusteuern. Der Aufsichtsrat sei entweder unzureichend informiert worden oder habe zu zögerlich gehandelt. Wie bewerten Sie als Geschäftsführer, Herr Behler, und Sie als Aufsichtsratsvorsitzender, Herr Pudor, diese Vorwürfe?  

Stadtwerke Südholstein: Die Vorwürfe, strukturelle Risiken nicht erkannt zu haben, weisen wir entschieden zurück. Die Fusion wurde gründlich geplant. Der Aufsichtsrat hat sich insbesondere über die Herausforderung im Bereich Wasserversorgung, aber auch über alle anderen genannten Themen, ausführlich und zeitnah durch die Geschäftsführung informieren lassen. Gespräche zwischen Geschäftsführung und Aufsichtsrat erfolgen stets vertraulich und fokussiert auf die frühzeitige Erkennung und Lösung von Herausforderungen. Identifizierte Risiken wurden proaktiv angegangen und die Prozesse werden kontinuierlich verbessert.

Ferner sind wir fest davon überzeugt, dass sich derartige Themen und Bedenken am besten in einem konstruktiven internen Dialog klären lassen.

Hamburger Abendblatt: Was unternehmen Sie, um diese Vorwürfe auszuräumen?

Stadtwerke Südholstein: Wir nehmen derartige Vorwürfe ernst und sind offen für konstruktives Feedback. Es gibt etablierte und vorgeschriebene Gremien mit Informationspflichten, darunter der Aufsichtsrat für die Anteilseigner und der Wirtschaftsausschuss für den Betriebsrat und die Belegschaft. Diese Gremien werden stets ordnungsgemäß informiert und ihre Mitwirkung an allen Entscheidungsprozessen erfolgt gemäß den geltenden Regelungen.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben jederzeit die Möglichkeit, direkt mit der Geschäftsführung oder den zuständigen Abteilungsleitungen in Kontakt zu treten. Darüber hinaus ermutigen wir sie regelmäßig in persönlichen Gesprächen dazu, interne Themen direkt anzusprechen, um Missverständnisse auszuräumen, Fragen zu klären und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Als systemrelevantes Unternehmen (KRITIS) weisen wir darauf hin, dass sensible Informationen nicht öffentlich diskutiert werden dürfen. Interne Angelegenheiten müssen stets mit der gebotenen Sorgfalt kommuniziert werden, um ungewollten Missbrauch zu verhindern – ein Risiko, das wir aktiv vermeiden möchten.

Hamburger Abendblatt: Die Mitarbeiter fordern, eine Sondersitzung einzuberufen und einen unabhängigen Prüfbericht über Wasserversorgung, IT-Fusion und Kommunikation zu erstellen. Die Personalsituation soll ebenfalls überprüft, ein Krisenteam aufgebaut und ein Zeitplan aufgestellt werden, die Maßnahmen umzusetzen. Welche Forderungen werden Sie erfüllen?

Stadtwerke Südholstein: Die Fusion der Stadtwerke Pinneberg und Tornesch brachte erwartbar im Bereich IT und Systemintegration Herausforderungen mit sich. Die Verzögerungen, die dabei auftraten, sind uns ebenso bewusst wie vorübergehende Mehrbelastungen der davon betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir haben diese intensiv analysiert und entsprechende Maßnahmen abgeleitet, um die Abläufe dauerhaft zu verbessern.

Die Bildung eines Krisenteams halten wir derzeit für nicht zielführend und eine Sondersitzung zu dieser Thematik war aufgrund einer bereits anstehenden regulären Sitzung nicht erforderlich.

Die Geschäftsführung arbeitet weiterhin eng mit allen Abteilungen zusammen, um die Strukturen weiter zu optimieren und eine solide Grundlage für die Zukunft sicherzustellen. Wir nehmen Bedenken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst und sind jederzeit offen für konstruktive Gespräche. Gemeinsam als Team möchten wir die Fusion fortsetzen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen.

 

Pressekontakt:

Stefanie Schröder – Assistenz des Geschäftsführers
presse@sw-suedholstein.de
04101 - 20 30